Vom 02.03. bis 04.03. wagte sich der suj Magdeburg mit etwa 30 Studentinnen und Studenten nach Stuttgart in Richtung LogiMAT. Aber nicht nur die LogiMAT war unser Ziel, auch drei interessante Exkursionen zu Bosch, viatore systems und Festool Engineering. Ausserdem durften einige von uns den Flughafen in Stuttgart besichtigen.
Schon 6:00 startete der Bus vom Magdeburger ZOB in Richtung Stuttgart. Die Stimmung war, verständlicher Weise, noch etwas verhalten und müde. Nach etwa zwei Stunden Schlaf, weiteren vier Stunden Fahrt und ein paar Pausen kamen wir direkt beim ersten Exkursionsziel an:
Die erste Station der Exkursion führte die Teilnehmer zur Robert Bosch GmbH, ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit den Geschäftssparten Kraftfahrzeug-, Industrie-, Gebrauchsgüter- und Gebäudetechnik. Im besuchten Firmenstandort Stuttgart-Feuerbach sind die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie die Produktion von Dieselsystemen untergebracht. Die Werksführung umfasste neben einem Vortrag über die Funktionsweise und des Entwicklungsprozesses von Hochdruckpumpen für Common-Rail-Diesel auch die Besichtigung der Produktionslinie der Common-Rail-Pumpe CP4. Zum Abschluss dieser Exkursion wurde das Bosch Archiv, in der die Geschichte der Familie und des Unternehmens als Ausstellung präsentiert wird, besichtigt.
Gegen Abend wurde der Tag mit individuellen Stadtbesichtigungen sowie dem Stuttgarter Nachtleben abgerundet. Unsere Jugendherberge war auf einem Hügel in der Nähe der Innenstadt gelegen. Dies hatte den Vorteil eine günstige Verbindung und zugleich eine schöne Aussicht zur City zu haben.
Am zweiten Tag führten uns 2 Exkursionen zu verschiedenen Zielen. Schon im Vorhinein war die Aufteilung in 2 Gruppen zur besseren Logistischen Umsetzung vollzogen. Die zu besichtigten Firmen waren die viastore systems GmbH und Festool Engineering.
Durch den Besuch einer von viastore systems GmbH geplanten Anlage konnten die Teilnehmer der Exkursion einige genutzte Logistikkonzepte erkennen. 1889 als Haushahn GmbH & Co durch Immanuel Hahn gegründet, übernahm das Unternehmen 1970 die Firma Weissert & Hieber und begann mit der Herstellung von automatischen Lagersystemen. 1988 wurde die Sparte Lagertechnik innerhalb der Haushahn-Gruppe in die Haushahn Automationssysteme GmbH & Co. gegründet. 1999 wurde daraus die viastore systems GmbH, die inzwischen rund 350 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen hat sich seither auf die Planung von Intralogistik-Anlagen in Handel und Industrie spezialisiert und ist damit international unter den führenden Anbietern. Zu solchen Anlagen gehören effiziente Kommissioniersysteme, ökonomische Hochregallager, dynamische Automatische Kleinteilelager sowie komplexe Distributions- und Logistikzentren. Sie sind zumeist schlüsselfertig und müssen demzufolge nur noch an die Bedürfnisse des entsprechenden Unternehmens angepasst und optimiert werden. Des Weiteren gehören Dienstleistungen wie Wartung, Instandhaltung, Modernisierung und Reorganisation bereits vorhandener Anlagen zum Angebot der viastore systems GmbH.
Das zweite Exkursionsziel führte die Teilnehmer zu Festool Engineering. Festool Engineering entstand aus der Firma Festool, die sich 1925 als „Fezer $ Stoll“ gründete. Vor einigen Jahren stellte Festool ihr gesamtes Konzept neu auf, um Arbeitsabläufe zu optimieren und Kosten zu minimieren. Das Know-How das aus dieser Neukonzeption gewonnen wurde, wird nun durch die Tochterfirma Festool Engineering vertrieben. Festool, dessen Werksgelände vor Ort wir auch besichtigten, stellt hochwertige Premium Werkzeuge in der oberen Preisklasse her. Sowohl Maler, Schreiner, Lackierer als auch andere Handwerksbranchen werden damit beliefert. Unter Fachleuten ist die Marke Festool als Qualitätsmarke also durchaus bekannt. Mit über 600.000 Produkten ist Festool eine der führenden Marken unter den Premium Herstellern. Als einzige garantieren sie 3 Jahre Garantie und werben mit der „besten Qualität“. Die Verbindung zur Firma Festool für die Universität Magdeburg entstand durch die Absolventin und Dipl.-Wirtsch.-Ing. Doreen Liebig. Sie absolvierte im Vorfeld schon ein Praktikum bei Festool und entschloss sich dann dort die Diplomarbeit zu schreiben. Die Ideen ihrer Diplomarbeit wurden erfolgreich in die Firma integriert. Sie führte die Gruppe auch durch die Anlage in Neidlingen. Ihre Hauptaufgabe bei Festool besteht jedoch in der Prozessoptimierung in Sachen Produktion und Logistik, sowie in der Einführung schlanker Logistikkonzepte für Kunden von Festool in ganz Europa.
Am dritten Tag führte es einige von uns zum Flughafen in Stuttgart. In einer mehrstündigen Führung besichtigten wir die Terminals, den Check-In Bereich und den Aufentalsbereich. Anschließend konnten wir auf das Rollfeld und die Feuerwehr besichtigen. In keinem anderen Flughafen ist dies möglich. Das Logistisch interessanteste war sicher die Gepäckabfertigung. Eine große Gepäckhalle konnten wir besichtigen und so den "Lauf des Gepäcks" mit verfolgen.
Die letzte Station der Stuttgart-Exkursion war die Intralogistik-Messe LogiMAT, deren Schwerpunkte bei den Themen Distribution sowie Material- und Informationsfluss lagen. Über 700 ausstellenden Unternehmen aus über 17 Ländern präsentierten sich auf 52.000 m² Messefläche. Im Vergleich zum Vorjahr sind sowohl die Fachbesucher- und Ausstellerzahlen und die Ausstellungsflächen deutlich gewachsen. Dass trotz der Weltwirtschaftskriese eine optimistische Grundstimmung herrschte, ist vor allem an die Erwartung vieler Unternehmen geknüpft, im Intralogistik-Bereich weitere Einsparungspotentiale zu finden und zu nutzen. Neben vielen Innovationen in den Bereichen der Flurförderzeuge und Lagersystemtechnik stand auch die Informationstechnik deren Fokus sich auf RFID-Technologie stützt, stark im Mittelpunkt.





